Momentum-Systemregeln

RSL-Strategie · Momentum Investing · Trendfolge · Marktampel · Sektorrotation

Regelbasiertes Momentum- und Trendfolge-System nach Jörg Beckmann.

Diese Seite beschreibt die festen Systemregeln von MomentumRadar. Im Mittelpunkt stehen RSL-Strategie, Relative Stärke nach Levy, Momentum Investing, Trendqualität, Marktampel, Risk-On/Risk-Off-Einordnung und Sektorrotation. Die Regeln selbst bleiben bewusst klar, lesbar und nachvollziehbar.

Das System folgt einem klaren Ablauf:

  1. Marktampel prüfen
  2. Portfolio analysieren
  3. Nach Marktphase handeln

Die Marktampel bestimmt das Verhalten des gesamten Systems.

Regeln haben Vorrang vor Emotionen.

Übersicht der Marktphasen

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Handlungsregeln zusammen. Sie ist die zentrale Orientierung für jede wöchentliche Portfolioentscheidung.

Marktphase Pflicht-Exit Prüfpflicht Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten Neueinstieg / Nachkauf
TrendmarktRSL < 1,00
Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.
RSL < 1,30Ja, max. 3 reguläre Rotationen pro WocheRSL >= 1,30
NeutralRSL < 1,10
Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.
RSL < 1,30Ja, kein festes RotationslimitRSL >= 1,40
Risk-Off-WarnungRSL < 1,20
Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.
RSL < 1,50Ja, kein festes RotationslimitRSL >= 1,50
Risk-OffRSL < 1,30
Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.
RSL < 1,50Ja, kein festes RotationslimitRSL >= 1,50
Crash-WarnungRSL < 1,30
Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.
RSL < 1,50Ja, kein festes RotationslimitRSL >= 1,50
Bestätigter CrashMarktausstieg / KapitalschutzNeinKeine Käufe
Wiedereinstieg Woche 1Maximal 5 Käufe
Wiedereinstieg Woche 2Bis 12 Positionen
Wiedereinstieg Woche 3Ja, normale Rotation wieder möglichVollständiger Portfolioaufbau bis 20 Positionen

Hinweis zur Anwendung

Die RSL-Grenzwerte dienen als Orientierung. Ein Pflicht-Exit erfolgt erst, wenn der jeweilige Grenzwert unterschritten wird und zusätzlich eine relative Schwäche im Kursverlauf oder in der Chartstruktur erkennbar ist.

Trendqualität vor kurzfristigen Kursbewegungen: Ein hoher RSL-Wert allein führt nicht automatisch zu einer Neuaufnahme ins Portfolio. Entscheidend sind zusätzlich eine saubere Trendstruktur, ein stabiler Kursverlauf und eine überzeugende Chartqualität. Kurzfristige Gegenbewegungen nach starken Kursverlusten stellen für MomentumRadar keinen ausreichenden Grund für einen Neueinstieg dar.

Rotationslimit: Das feste Limit von maximal 3 regulären Rotationen pro Woche gilt nur im Trendmarkt. In Neutral-, Risk-Off- und Crash-Warnphasen gibt es kein festes Rotationslimit, weil Risikomanagement und Portfolioqualität Vorrang haben. Pflichtverkäufe und Notausstiege zählen nicht als reguläre Rotation.

1. Grundidee des Systems

Das System verfolgt das Ziel, langfristig von starken Trends, institutionellen Kapitalflüssen und stabilen Momentumstrukturen zu profitieren.

Die Grundidee entspricht einer systematischen Momentum-Strategie: Aktien mit überdurchschnittlicher relativer Stärke, stabiler Trendfolge und erkennbarer Trendstärke werden bevorzugt, während schwache Marktphasen über die Marktampel und klare Risikoregeln berücksichtigt werden.

  • hoher relativer Stärke (RSL)
  • stabiler Trendqualität
  • institutioneller Nachfrage
  • positiver Marktstruktur

Das System versucht nicht, Wendepunkte vorherzusagen. Es folgt bestehenden Trends, solange diese intakt bleiben.

2. Aktienuniversum

Das System arbeitet mit einem sorgfältig ausgewählten internationalen Aktienuniversum aus mehreren tausend Unternehmen weltweit.

Berücksichtigt werden liquide Aktien aus unterschiedlichen Regionen, Größenklassen und Branchen. Ziel ist eine breite, aber dennoch klar strukturierte Auswahlbasis für die Momentum-Analyse.

Neu berücksichtigt werden auch chinesische Aktien beziehungsweise China-nahe Wachstums- und Technologiewerte. Herkunftsland und Marktkapitalisierung werden im Bericht zusätzlich ausgewiesen, damit die Struktur des Universums transparenter beurteilt werden kann.

AktienbereichSchwerpunkt
US Large CapsGroße etablierte US-Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung
US Growth & TechnologyTechnologie-, Qualitäts- und Wachstumswerte aus den USA
US Small & Mid CapsKleinere und mittelgroße US-Unternehmen mit dynamischer Kursentwicklung
European LeadersFührende europäische Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen
China / Asien MomentumChinesische Aktien und ausgewählte asiatische Werte mit ausreichender Datenqualität, Liquidität und starker relativer Entwicklung
International WatchlistAusgewählte internationale Aktien mit ausreichender Datenqualität und Liquidität

3. Portfolio-Struktur

  • 20 Positionen
  • möglichst gleichgewichtete Gewichtung
  • ca. 5 % Gewichtung pro Position
  • keine künstliche Sektorbegrenzung

Die Marktampel dient als übergeordnetes Risiko- und Regimemodell.

4. Marktampel

Die Marktampel bestimmt, wie offensiv oder defensiv gehandelt werden darf. Vor jeder Portfolioentscheidung wird zuerst die Marktampel geprüft.

MarktphaseBedeutungGrundhaltung
TrendmarktBreite Marktstruktur intaktOffensiv
NeutralMarkt wird selektiverVorsichtig
Risk-Off-WarnungErste defensive SchwächeZurückhaltend
Risk-OffDefensive MarktstrukturDefensiv
Crash-WarnungStarke MarktverschlechterungSehr defensiv
Bestätigter CrashKapitalschutz dominiertMaximale Vorsicht

Wichtige Klarstellung

Das System unterscheidet zwischen Pflicht-Exit, Prüfpflicht und möglicher Rotation bei besserem Kandidaten. Die Prüfpflicht ist kein automatischer Verkauf. Sie bedeutet: Der Wert wird kritisch geprüft und darf nur ersetzt werden, wenn zusätzliche relative Schwäche sichtbar ist oder ein klar besserer Kandidat vorhanden ist.

Rotationslimit: Im Trendmarkt begrenzt das System reguläre Rotationen auf maximal 3 pro Woche. In defensiveren Marktphasen wird dieses feste Limit bewusst nicht verwendet, damit schwache Positionen konsequent reduziert oder ersetzt werden können.

5. Marktphase: Trendmarkt

Die Marktstruktur ist breit positiv. Momentum wird von vielen Aktien getragen. Das System darf offensiv handeln, starke Gewinner weiter laufen lassen und neue Kandidaten aufnehmen.

  • Nachkäufe erlaubt
  • maximal 3 reguläre Rotationen pro Woche
  • Gewinner laufen lassen
  • offensiver handeln
  • geringer Cash-Anteil

Pflicht-Exit: RSL < 1.00 – Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.

Prüfpflicht: Ab RSL < 1.30 wird der Wert kritisch geprüft. Ein Verkauf erfolgt nicht automatisch, sondern nur bei zusätzlicher relativer Schwäche, schwächerer Chartstruktur oder besserem Ersatzkandidaten.

Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten: Eine Rotation ist erlaubt, wenn ein deutlich stärkerer Titel mit sauberer Trendstruktur verfügbar ist. Im Trendmarkt gilt dabei ein Limit von maximal 3 regulären Rotationen pro Woche.

Neueinstieg / Nachkauf: Im Trendmarkt sind neue Kandidaten und Nachkäufe ab RSL >= 1.30 erlaubt.

6. Marktphase: Neutral

Der Markt wird selektiver und nervöser. Qualität, Stabilität und saubere Trendstruktur haben Vorrang vor aggressivem Aufbau.

  • Qualität priorisieren
  • Cash langsam erhöhen
  • keine aggressiven Nachkäufe
  • schwache Trends kritischer prüfen
  • kritische Chartprüfung gewinnt an Bedeutung

Pflicht-Exit: RSL < 1.10 – Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.

Prüfpflicht: Ab RSL < 1.30 wird der Wert kritisch geprüft. Die Position darf gehalten werden, wenn Chart, Trend und Wochenstruktur weiterhin stark bleiben.

Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten: Eine Rotation ist möglich, wenn ein neuer Titel deutlich stärker und qualitativ besser ist. Im neutralen Markt gilt kein festes Rotationslimit; es werden nur Positionen ersetzt, die die Kriterien wirklich erfüllen.

Neueinstieg / Nachkauf: Im neutralen Markt gilt RSL >= 1.40, eine saubere Trendstruktur und stabile Momentumqualität.

7. Marktphase: Risk-Off-Warnung

Die Marktstruktur zeigt erste defensive Schwäche. Das System bleibt ruhig, reduziert aber die Bereitschaft zu neuen Risiken.

  • keine aggressiven Neueinstiege
  • schwache Positionen enger beobachten
  • Risiko prüfen
  • Cashquote eher erhöhen als senken
  • Bestätigung durch Folgetage abwarten

Pflicht-Exit: RSL < 1.20 – Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.

Prüfpflicht: Ab RSL < 1.50 wird der Wert kritisch geprüft. In dieser Phase werden auch ehemals starke Werte strenger bewertet.

Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten: Eine Rotation ist möglich, wenn ein bestehender Wert relative Schwäche zeigt und ein besserer Kandidat mit RSL >= 1.50 verfügbar ist. In dieser defensiven Marktphase gilt kein festes Rotationslimit; Risikomanagement hat Vorrang.

Neueinstieg / Nachkauf: Neue Positionen sind nur sehr selektiv ab RSL >= 1.50 erlaubt.

8. Marktphase: Risk-Off

Defensive Marktstrukturen dominieren. Risikomanagement hat Vorrang. Ziel ist nicht die maximale Investitionsquote, sondern die Stabilisierung des Portfolios.

  • Risiko aktiv reduzieren
  • Cash erhöhen
  • defensive Haltung einnehmen
  • schwache Positionen konsequent abbauen
  • kein festes Rotationslimit; Risikomanagement hat Vorrang

Pflicht-Exit: RSL < 1.30 – Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.

Prüfpflicht: Ab RSL < 1.50 wird der Wert kritisch geprüft. Positionen in diesem Bereich müssen nicht automatisch verkauft werden, bleiben aber unter besonderer Beobachtung.

Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten: Eine Rotation ist möglich, wenn ein bestehender Wert relative Schwäche zeigt und ein stärkerer Kandidat mit RSL >= 1.50 verfügbar ist. Im Risk-Off gilt kein festes Rotationslimit; schwache Positionen dürfen konsequent reduziert oder ersetzt werden.

Neueinstieg / Nachkauf: Neueinstiege und Nachkäufe erfolgen nur sehr selektiv ab RSL >= 1.50.

9. Crash-Warnung, bestätigter Crash & Wiedereinstieg

Der Crash-Modus wird in mehrere Phasen unterteilt. Ziel ist ein ruhiges, klar strukturiertes und regelbasiertes Verhalten in extremen Marktphasen.

Crash-Warnung

  • erste starke Marktverschlechterung
  • keine aggressiven Neukäufe
  • Cashquote erhöhen
  • schwache Positionen konsequent prüfen
  • Marktreaktion der Folgewoche abwarten

Pflicht-Exit: RSL < 1.30 – Verkauf bei zusätzlicher relativer Schwäche.

Prüfpflicht: Ab RSL < 1.50 wird der Wert kritisch geprüft. In der Crash-Warnung zählt Kapitalschutz stärker als der Wunsch, vollständig investiert zu bleiben.

Mögliche Rotation bei besserem Kandidaten: Eine Rotation ist möglich, wenn ein bestehender Wert relative Schwäche zeigt und ein besserer Kandidat mit RSL >= 1.50 vorhanden ist. In der Crash-Warnung gilt kein festes Rotationslimit; Kapitalschutz und Risikomanagement haben Vorrang.

Neueinstieg / Nachkauf: Neueinstiege und Nachkäufe sind nur sehr selektiv ab RSL >= 1.50 erlaubt.

Bestätigter / dauerhafter Crash

  • Marktstruktur bleibt beschädigt
  • Kapitalschutz priorisieren
  • Cash dominant halten
  • mehrere Verkäufe pro Woche erlaubt
  • keine aggressiven Käufe
  • Markt hat Vorrang vor Einzelaktien

Crash-Regel: Marktausstieg beziehungsweise starker Portfolioabbau

Im bestätigten Crash-Modus dominiert Kapitalschutz. Einzelne RSL-Werte verlieren an Bedeutung. Es erfolgen keine normalen Rotationen und keine neuen Käufe.

Wiedereinstieg nach Crash- oder Risk-Off-Phasen

Ein Wiedereinstieg erfolgt ausschließlich über die Marktampel und niemals emotional oder antizyklisch. Voraussetzung ist die Rückkehr in einen bestätigten Trendmarkt.

PhaseRegel
1. Woche nach Rückkehrvorsichtiger Wiederaufbau erlaubt; maximal 5 neue Positionen; Fokus auf stärkste Führungsaktien
2. Woche bestätigter TrendmarktPortfolio darf auf maximal 12 Positionen erweitert werden; Cashquote schrittweise reduzieren
3. Woche bestätigter Trendmarktvollständiger Portfolioaufbau wieder erlaubt; normale Rotationen wieder möglich

10. Notausstiegsklausel

Unabhängig von Marktphase, Marktampel, RSL-Wert oder sonstigen Systemregeln gilt folgende Sicherheitsregel:

Notausstieg: Wochenverlust > 15 % → vollständiger Verkauf der Position am nächsten planmäßigen Handelstermin

Verliert eine Position innerhalb einer Handelswoche mehr als 15 %, erfolgt am Wochenende ein verpflichtender Verkauf der gesamten Position.

  • Schutz vor außergewöhnlichen negativen Ereignissen
  • gilt unabhängig von Marktphase, Marktampel und RSL-Wert
  • hat Vorrang vor allen Rotations- und Halteregeln
  • zählt nicht zum regulären Rotationslimit
  • Ausnahmen sind nicht vorgesehen

Die Notausstiegsklausel dient ausschließlich dem Schutz vor extremen Ereignissen wie Gewinnwarnungen, Bilanzproblemen, Managementkrisen oder anderen unerwarteten fundamentalen Veränderungen.

11. Schlussregel

Der Markt hat immer recht. Das System folgt:

  • Stärke
  • Trend
  • Marktstruktur
  • Kapitalfluss
  • Disziplin statt Emotion

Die mechanischen Regeln schützen vor groben Fehlern. Die finale Qualität entsteht durch disziplinierte Anwendung, saubere Chartprüfung und konsequente Marktampel-Auswertung.